Der Sohn sagt: Gäste wollen auch gern mal informiert werden!

Sehr spontan sind wir heute nach Ausleihe eines gewissen Gerätes, und Reparatur eines gewissen anderen Gerätes selber Herkunft zwecks Rückgabe beider zu lieben Freunden nach Oldenburg gedüst. Dort stellte sich relativ fix die Frage nach dem Abendbrot. Bzw. die Frage stellte sich kurz in den Raum, und wurde einstimmig mit „Na wir fahren zum Griechen!!!“ vor die Tür geschickt. OK, nicht ganz einstimmig. Die Antwort unseres Sohnes kam eine Sekunde später und lautete „Tzazikiiiiii“. Gut also doch einig.

Gefahren, gesetzt, bestellt. Der Laden da in OL hinter der Brücke an der Autobahn wo wir immer sind, und wo ich den Namen immer vergesse. 4x Grillteller übrigens. 2x mit Reis, und zweimal mit Pommes. Tom hatte Tzaziki mit a) Finger, b) Pommes c)was-man-eben-in-Tzaziki-baden-kann. Als das Tzaziki alle war, steht der kleine Mann auf, geht zum Kellner, und bestellt mal eben neu. Die Kellner konnten nicht mehr, und wir haben ein „Tja, wer kann der kann“ angebracht. Also noch mehr Tzaziki. Auch gut, weiter gehen, gibt nix zu sehen…

Nun sind wir grad dabei, dem fast dreijährigen das Thema „Ich bin ein Klo, und mich kann man benutzen“ näher zu bringen. Anti-Windel Update. Occupy Klo quasi. Klar geht so was nicht über Nacht, und so besteht der Tag derzeit daraus, alle 20 Minuten daran zu erinnern, und eben zu fragen ob der kleine König mal auf den Thron muss.

So auch beim Griechen nach dem Essen. Erste Antwort „Neiiiiiin“. Nach 3 Minuten durchaus bekannten Vorbereitungen in Sachen Mimik und Körpersprache kommen also unsere Nachfragen minütlich, bis hin zu einem „Mama, jetzt muss ich“.
Ha haaaaa, Triumph. Erwischt, ab aufs Klo. Natürlich ein „echtes“ Klo, so ganz ohne eigenen Topf, ohne Aufsatz, eben so richtig auswärts. Ihr müsst wissen – DAS ist etwas besonderes.

Mama und Sohn verschwinden also. Noch etwas Tzaziki geht in der Zeit schon noch.

Nun muss ich für Eure räumlich Vorstellung das Kommende vorab etwas erklären. Es gibt einen großen Gastraum. Dazu einen Weg zum Klo, Dazu eine Menge von „anderen“ Gästen. Wir mittig irgendwo mittendrin. Die Kellner immer mit einem Auge auf ihren „Kumpel“, die Gäste alarmiert ob des Wirbelwindes der da seit ne guten Stunde durch den Laden marodiert.

Dann der „Made my day“ Moment.

Die Tür vom Klo öffnet sich, ich höre schnelle Schritte in unsere Richtung. Geschätzt auf Höhe zum Eingang zum Gastraum mit einer mit Stolz und Genugtuung geschwängerten 110 Dezibel Stimme wurden wir über folgenden Sachstand umfassend aufgeklärt:

„Papa, Papa, ich hab Kacka und Pipi gemacht! *1 sec Pause* „Paaaapaaaa, ich hab Kacka gemaaaacht!“

Damit kam der Sausewind angerauscht. Laut, Lauter, und immer wieder. Bis zum Tisch. Wir hatten von der Sekunde im Ohr bis zum Begreifen des Ganzen als Reflex erst einmal damit zu kämpfen, den aktuell im Mund befindlichen Tzaziki nicht umgehend prustend unserem Tisch-Gegenüber ins Gesicht zu klatschen. In der nächsten Sekunde und nach dem Schlucken haben wir lachend auf dem Tisch gelegen. Nun nicht alle, ich als Ziel-Papa musste natürlich erst todernst Lob, Bestätigung und Stolz äußern… und erst dann lachend zusammen brechen.

Im Restaurant herrschte ansonsten Ruhe. Stille. Stecknadel und so, Ihr wisst schon. Ich glaub die Kellner haben auch hinterm Tresen gelegen. Aber nachdem ich mich eingekriegt hatte tat ich das, was ich als Daddy fast am liebsten mache wenn so etwas großartiges passiert. RUNDBLICK. Und ja, es war wie immer. Die älteren Damen und Herren lachten sich scheckig, oder grinsten uns zumindest nickend, zu. Hatten wohl schon mal Kinder erzogen, oder Enkel, oder gar beides. Ein Paar sagt sogar etwas nettes. Aber eins passiert doch immer:

Ein paar Gäste versuchten gezwungen nichts wahrzunehmen, Reflex „willichnich“ „gehtmichnixan“ und „Hab grad im Keller schon gelacht“. Und wie immer waren es die so mittleren Semester, die genervt, oder gar angeschossen wirr durch die Gegend schauten. DIE sind normalerweise meine Opfer. DENEN schicke ich den Sohn sonst gern auf eine Frage nach sonstwas… Naja, heute mal nicht, war zu nett, und die Aktion war einfach zu geil.

Ich glaube wenn wir wieder zu diesem Griechen gehen, werden wir in Zukunft wohl erstmal mit einem Schmunzeln aufs Klo gehen.

Ich dachte Ihr solltet das wissen. Denn Gäste wollen eben gern auch aktuell informiert sein.

Darauf ein JAMAS!

 

Foto: Shutterstock.com

About the Author

David Wagner

David Wagner

IT Berater, Technology Evangelist, Nerd, Geek, Daddy of Darth Tom, Star Wars, LEGO®, Foto, und Wakeboarding. Lebt im Internet, und mit der Familie in einem norddeutschen Kaff namens Hude.