Und täglich 10k….

 

Schon komisch. Hätte mir das jemand vor einigen Jahren gesagt, hätte ich sicher müde gelächelt, die Beine übereinander geschlagen, und etwas wie „geh mir vonne Burch“ gestammelt.

Vor 6 Jahren, verdammt ja, vor fast ganzen 6 Jahren inzwischen… das war noch der gute alte „ da hatte ich aber mal sowas von 30 Kilo mehr drauf“ F2. Fast schon irreal geworden. Wirklich, aber langsam.

Damals haben ein wohl bekannter DKK und der F2 das Wakeboarden entdeckt, und der F2 dabei innerhalb kürzester Zeit seine Unbeweglichkeit bewiesen bekommen. Unfassbarer weise hatte das eine solche Wirkung, das Eurer guter alter +30Kilo F2 sich zum noch älteren aber eben 30Kilo leichteren F2 mutieren ließ. Wie das gehen konnte ist eine andere Geschichte, aber eins habe ich mir bis heute aus dieser Phase erhalten. Nun ja, okay, mehrere Dinge. Boarden auch noch, im Winter auch was tun auch… Aber das Eine blieb:

Ich wurde zum „joggenden Cabriofahrer“. Jedenfalls tituliert mich ein gewisser DKK in seinem Blog seither direkt so.

Also was war passiert, mit der Abnehmerei habe ich das Laufen angefangen. Anfangs auf dem Laufband, dann Draußen. Das Laufband nervt aber sowas von, wenn man tatsächlich mehr als 5 Minuten darauf verbringen soll sag ich Euch. Wie in warme Handtücher gewickelt fühlt sich das an. Tatsächlich aber habe ich das geschafft. 5 Minuten, 10 Minuten – 4 Kilometer – 6! Und immer mehr. Für mich war das neben der Tatsache die besagten fast 30 Kilo los zu sein ein absolutes Wunderwerk menschlicher Kapazität. Meiner Kapazität. Nach dem Sportunterricht war Sport genau das: Ein Relikt aus der Schule. Und dann rennt der bekloppte F2 plötzlich am Stück.

Anfangs war das Laufen sicher eine gute Methode, um über Ausdauer auch Pfunde loszuwerden. Aber ich sag Euch was, und das werden nur Ebenfalls-Läufer überhaupt wirklich verstehen: Da passiert VIEL mehr als nur das olle Laufen sag ich Euch!

Also erst einmal wird es plötzlich ganz normal, jeden Tag 10 Kilometer zu machen, 10 Kilometer zu WOLLEN! Nach Hause kommen, umziehen, flitzen gehen, dann der Rest des Tages. Tut auch nicht weh! Selbst wenn man mal wegen Krankheit oder Dingen wie Nachwuchs ein paar Wochen nicht kann oder darf. Laufen gehört dazu, aber nach dem Laufen ist ziemlich Bald eben nicht mehr körperliches Weiterfahrtsverbot. Fünf Stockwerke die Treppe hoch? Pff, weg da King Kong! Nach dem Laufen Boarden gehen? Wo ist die Hantel!

Dann ist da aber auch noch etwas ganz anderes, wichtiges: Entspannung!

Ich höre förmlich Euer „Bwahahahahahaha, GENAU!“ … „Entspannung bei 10 Kilometer körperlicher Hochtourigkeit? Never!“

Eben Doch! Gebt mir einen Tag voller Weltbremser und Vollpfosten mit Arbeitsstress ohne Ende, einem zickigen Umfeld, unentspannter Alles-undfalsch-Planer und was-weiss-ich-was-Euch-noch-einfällt. Ganz schön doof, danke!

Mit diesem ganzen Sack voll Shit und Unmut komme ich aber tatsächlich gaaaanz oft nach Hause. Man(n) ist ja schließlich in der IT tätig. Frau F2 kennt das. Kennt wohl jeder auf seine Art. Früher blieb das dann auch. Dicke Luft natürlich inbegriffen. Aber heute: Umziehen, loslaufen. Nach ca. 45-50 Minuten komme ich schwitzend aber im Kopf vollkommen frei und relaxed zurück nach Hause. Der ganze Dreck der Welt ist erst einmal für den Tag irgendwo in den Asphalt getreten. Und das befreit, sage ich Euch! Manchmal habe ich sogar ein Problem gelöst unterwegs… manchmal mache ich den Kopf aber auf einfach „zu“ Wie das geht ist mir allerdings auch erst beim Rennen klar geworden.

Ja, klar macht das auch Müde. Aber positiv Müde. Ich spreche davon eben nicht genervt völlig kaputt „so“ ins Bett zu fallen und mich in den Schlaf zu ärgern. Nein, das fühlt sich eher so an wie früher z.B. nach einem ganzen Tag Freibad Attacke (Attach your personal positive memories here) völlig erschossen aber zufrieden ins Bett zu fallen. Und das kann man regelmäßig haben. Frau F2 findet das toll (gut dass ich keinen I Like Button habe).

So am Rande rücken Ziele in den Vordergrund, die man früher gar nicht kannte, oder nur aus dem TV. Oder habt Ihr schon mal ernsthaft darüber nachgedacht einen Marathon schaffen zu können? Seht Ihr, kam mir auch nie in den Sinn. Jetzt schon.

„Warum schreibt uns dieser Angeber das nun alles auf?“ fragt Ihr Euch? Tja, ich schreibe das glaube ich in erster Linie für mich selber auf, weil ich auch nach so langer Zeit immer noch ungläubig (beim Laufen*gngngngn*) den Kopf schüttele, dass sich das alles so zugetragen hat, und wirklich funktioniert. Aktuell wird ein lokales Schützenfest aufgebaut, was immer Anfang August stattfindet. Und schon die ganze Woche muss ich eben beim Passieren des Festplatzes beim Laufen daran denken, wie das alles angefangen hat, mit meiner 10k Runde, die jedes Jahr am Schützenfest vorbei führt…

Und nächste Woche muss ich mir mal wieder ein neues paar Laufschuhe kaufen, denn meine sind mal wieder „durch“.

About the Author

David Wagner

David Wagner

IT Berater, Technology Evangelist, Nerd, Geek, Daddy of Darth Tom, Star Wars, LEGO®, Foto, und Wakeboarding. Lebt im Internet, und mit der Familie in einem norddeutschen Kaff namens Hude.